The next level
posted on April, 2016

 
Mein grosses Ziel in diesem Winter war es, eine Route im Grad M14
zu klettern. Während meiner Reise nach Colorado im letzten Jahr,
hatte ich bereits die tolle Route “The Mustang” im Amphiteathre in
Vail versucht. In den wenigen Tagen, die ich damals Zeit hatte,
fühlte ich mich körperlich nicht richtig fit und so entschloss ich,
diesen Januar wiederzukommen. Die Route startet mit dem 20
Meter hohen Wasserfall “Seventh Tentacle”, der mit WI5 bewertet
ist. Dann geht es ins Dach, das man für die gesamte Breite der
Höhle mit etwa 20 Metern horizontaler Kletterei quert, um dann auf
einem dünnen Eisvorhang zu enden. Die Route umfasst insgesamt
45 Klettermeter und ist somit ein richtiger Ausdauerhammer. Schon
beim ersten Einklettern fühlte ich mich um vieles besser als im Jahr
zuvor und am zweiten Tag konnte ich “Reverse Stratofortress”,
M12+ Flash klettern, die somit zu meiner schwersten bisher in
diesem Stil gekletterten Route wurde. “Stratofortress” quert die
Hälfte des Dachs und ergibt zusammen mit “The Lightning” die
superlange Route “the Mustang”, M14-. Am vierten Tag gelang es
mir, den Mustang zu zähmen und ich freute mich riesig über die
gekletterte Tour.
Wieder zurück Zuhause wartete ein anderes Projekt auf mich. “Low
G man” war im letzten Jahr vom starken Franzosen Jeff Mercier in
meinem Heimbebiet Iseo erstbegangen worden und verbindet eine
Route mit einem sehr sehr langen Einzelzug mit der Route
“Kamasutra”, die ich 2014 erstbegangen hatte. Ich hatte die
Einzelstelle bereits versucht, konnte auch den zweiten Griff
erreichen, dann aber nicht den Pickel aus dem ersten lösen, da
meine Arme komplett gestreckt waren. Somit dachte ich erst mal,
dass ich einfach zu klein war, um die Route zu klettern. Aber damit
wollte ich mich nicht abfinden und als ich diesen Winter wieder
probierte, konnte ich eine Lösung für meine Füsse finden um
Gewicht von den Armen zu nehmen und wusste somit, dass es
möglich war.
Nach einem nicht sehr zufriedenstellenden Heimwettkampf in
Rabenstein Ende Januar, begleitete ich meine zwei amerikanischen
Freunde Ryan und Susan nach Iseo. Nach der Enttäuschung im
Wettkampf war ich hochmotiviert am Fels Gas zu geben und
überraschte mich selbst, als ich einfach über die Schluesselstelle
kletterte. Diese überwunden, kletterte ich weiter, bis wenige Meter
vor dem Umlenker, wo mir in bereits einfacherem Terrain ein Griff
ausbrach. Und somit sollte das Pech also noch anhalten.
Am nächsten Tag war eine Fahrt nach Usine, das französische
DryTooling Mekka geplant. Dank der sehr präzisen Ansage des
Locals Gaetan Raymond, konnte ich die coole Route “Next level”,
D13 Flash klettern und somit im wahrsten Sinne des Wortes mein
Level in diesem Stil zum zweiten Mal in dieser Saison nach oben
schrauben. Super motiviert durch diesen Erfolg gelang mir kurz
darauf auch der Durchstieg von “Low G man”, mit der ich den Grad
D14 erreichte und da es sich um eine Route handelt, die mit dem
weiten Einzelzug sicher nicht gerade auf mich zugeschnitten war,
freue ich mich umsomehr!

Photos Zach Mahone, Pierre Chauffour and Monia Gaibotti




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