Nicht loslassen, non mollare
posted on March, 2012

 
Für mich war dies die beste Woche in meinem Kletterleben: genau 7 Tage nach meinem Sieg im Eiskletterweltcup konnte ich meine erste 8b+ punkten.
„Non mollare“, also übersetzt „nicht loslassen“ ist sicherlich die schönste Route die ich je geklettert habe, aber auch diejenige an der ich am meisten gearbeitet habe. Sie befindet sich in meinem Lieblingsklettergarten Pian Schiavaneis unterhalb des Sellajoches in den Dolomiten. Im August 2010 machte ich dank eines Freundes, einen ersten Versuch. Ich war nicht so überzeugt. Im Laufe der Jahre hatte ich viele Jungs in der Route gesehen, die sich nicht gerade leicht taten. Benno hingegen war davon überzeugt, dass dies eine Route für mich sei und so ließ ich mich umstimmen – und war begeistert. Ich hatte zwar Schwierigkeiten mit den beiden dynamischen Zügen, die für mich ziemlich weit waren, konnte aber alle Einzelstellen klettern. Und das war Motivation genug! Von da an war es zum Durchstieg aber noch lang, meine Versuch wurden durch zwei Wettkampfwinter im Eisklettern und zwei Pausen wegen einer Ellbogenentzündung unterbrochen. Nach jeder Pause musste ich wieder von Vorne anfangen, hatte komischer Weise Schwierigkeiten in einer anderen Stelle. Außer diesmal. Für drei Monate hatte ich mich ausschließlich den Eispickeln verschrieben, nach meiner tollen Wettkampfsaison aber das nötige Selbstvertrauen, den richtigen Biss und diesen Samstag nicht zuletzt mit leichtem Wind die richtigen Bedingungen.
Ich konnte den ersten Schnapper halten, die folgenden Minileisten zublockieren und hatte die erste große Schlüsselstelle überwunden. Ich schüttelte am Raster und dann ging es weiter, zum zweiten Dyno, auch dieser klappte und nun hieß es „nur“ noch weiter und nicht loslassen an 10 Metern Ausdauerkletterei. Aber die Zurufe der vielen Freunde unter mir machten es mir unmöglich loszulassen und ich kämpfte bis zum Umlenker. Danke an alle die mich angefeuert haben, mich gesichert haben und die immer davon überzeugt waren, dass ich es schaffen konnte.



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