Mixedclimbing in Canada
posted on December, 2013

 
Bereits seit einiger Zeit stand Mixed Klettern in Kanada ganz oben auf meiner „To Do“ Liste. Kanada ist vor allem bekannt für seine unzähligen Wasserfälle, wie ich in einigen Berichten lesen konnte, ist aber auch das Mixed eine Reise wert. Die bekannte „Cineplex cave“ beherbergt zwei Routen, die die ersten ihres Schwierigkeitsgrades weltweit waren, die erste M12 und M13.
Nach langen Monaten des Trainings starteten ich und mein Freund Marco am 7. Dezember Richtung Calgary, mit Enddestination Lake Louise. Hier wurden wir aufs „wärmste“ empfangen wie vom Wetterbericht angekündigt und von mir seit Tagen gefürchtet und zwar von polar anmutenden -30 Grad Celsius. So nahmen wir gern den Vorschlag unserer kanadischen Freunde an, den ersten Tag in einer etwas wärmeren Grotte zu verbringen, der „Haffner cave“. Hier konnte ich trotz der herrschenden -27°, die meine Hände in den dünnen, zum schwierigen Mixed Klettern verwendeten Handschuhe gefrieren ließen, die bekannten Routen „The caveman“ und "Fire Roasted JC’s Rig", M10- und M10 flash klettern.
Am zweiten Tag ging es in die Cineple cave, wo ich das beeindruckende Dach betrachtend entschied, „Steel Koan“, M13+, die schwerste Route der Grotte und in ganz Kanada zu probieren. Die Route startet sofort sehr überhängend und nach wenigen Metern müssen zwei sehr weite Züge bewältigt werden, der zweite davon auf einem kleinen und abschüssigen Griff, auf dem der Pickel leicht abrutscht. Nach diesem ersten Teil folgt ein 10 Meter ausladendes, komplett horizontales Dach und die Route endet im Eis. Am letzten uns zur Verfügung stehenden Tag stiegen die Temperaturen endlich auf moderate -10° an und motiviert durch dieses „Geschenk“ gab ich alles und konnte die Route durchsteigen. Ich freue mich sehr über diesen Erfolg, für mich ist dies die schwierigste Mixedroute die ich bisher klettern konnte und dies nur in drei Tagen und bei ziemlich harschen Bedingungen.
Sofort nach meinem Durchstieg sind wir mit Richtung Süden gestartet, wo 12 Autostunden entfernt, in Bozeman, Montana, die offenen Nordamerikanischen Meisterschaften stattfanden. Für mich war dies der erste Wettkampf des Jahres und somit eine gute Vorbereitung für den im Januar beginnenden Weltcup. Es war toll, an diesem sehr gut organisierten Event teilzunehmen. Das Publikum schrie sich im Finale die Seele aus dem Leib um uns Athleten anzufeuern und hier Top zu klettern und den Wettkampf zu gewinnen war ein unvergessliches Erlebnis.


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